Die Gedenkstätte Flossenbürg

Nur rund 50 Kilometer ist das ehemalige Konzentrationslager Flossenbürg von Pressath entfernt, trotzdem fanden sich die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse im März 2018 in einer völlig anderen Welt wieder.

1938 hatten die nationalsozialistischen Machthaber in dem kleinen Städtchen im Landkreis Neustadt/Waldnaab ein Konzentrationslager eingerichtet. Ausschlaggebend für die Standortwahl war der dort existierende Steinbruch, in dem noch heute Oberpfälzer Granit gewonnen wird. Für die gigantischen Bauvorhaben des Dritten Reichs in Berlin oder Nürnberg wurden riesige Mengen des dauerhaften Materials benötigt. 

Über 80.000 Häftlinge waren zwischen 1938 und 1945 in Flossenbürg inhaftiert und mussten unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten, etwa 30.000 überlebten diese Torturen nicht. 

Der Besuch der Gedenkstätte wurde im Unterricht gründlich vorbereitet. Dennoch zeigten sich die Jugendlichen vor Ort tief betroffen, als sie Mitarbeiter Thomas Koller bei einem Rundgang mit der Historie des Lagers konfrontierte. „Sehr traurig“ sei, was hier vor fast 80 Jahren geschehen ist, meinte der 15-jährige Natheer. Dabei, so zeigt Koller anhand von Bildmaterial, waren auch die Aufseher und Wachen ganz normale Menschen – nur Menschen mit zwei Gesichtern. 

Auch wenn vieles der damaligen Bausubstanz verschwunden ist, konnten sich die Schüler ein Bild von den Ausmaßen des Lagers machen. Nach der Befreiung wurden Teile des Geländes mit Einfamilienhäusern bebaut, bestehende Gebäude wurden teilweise industriell genutzt. Der Steinbruch selbst ist bis 2024 verpachtet.

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