Juniorwahl zur Landtagswahl Bayern 2018

Deutschlands größtes Schulprojekt zur politischen Bildung startete 1999 und findet seitdem begleitend zu Europawahlen, Bundestagswahlen und Landtagswahlen statt. Bislang haben sich fast drei Millionen Schülerinnen und Schüler beteiligt, zur bislang letzten Juniorwahl zur bayerischen Landtagswahl 2018 hatten sich 637 bayerische Schulen angemeldet.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm hatte zusammen mit dem Kultusminister Bernd Sibler die Schirmherrschaft übernommen. die künftigen Wählerinnen und Wähler sollen bei diesem Projekt anhand einer Wahlsimulation die Grundsätze und Abläufe demokratischer Wahlen kennen lernen.

Die schulinterne Vorbereitung begann bereits im vorangegangenen Schuljahr 2017/2018 mit Fortbildungen für die verantwortlichen Lehrer, Konrektorin Eva-Maria Ficker und Hans Walter. Die Klassenleiter der Jahrgangsstufen 7 bis 9 führten seit September in ihren Klassen projektbezogenen Unterricht durch, vor allem natürlich in den politiknahen Fächern, aber auch im Deutschunterricht oder in Kunsterziehung, wo Slogans und Wahlplakate analysiert und entworfen wurden.

Am Donnerstag, 11. Oktober, schritten die beteiligten Klassen dann zur Tat und führten in einem eigens eingerichteten Wahllokal die Juniorwahl 2018 so realitätsnah wie möglich durch. Dazu gehörte, dass die als Wahlhelfer und Wahlvorstände aktiven Klassensprecherinnen und Klassensprecher im Vorfeld Wählerverzeichnisse anlegten und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler mit echten Wahlbenachrichtigungskarten auf die bevorstehende Wahl hinwiesen.

Am Wahltag mussten diese Benachrichtigungen dann in Verbindung mit einer Legitimation, wie etwa dem Schülerausweis, vorgelegt werden. Auf echten Stimmzetteln des Stimmbezirks 307 (Tirschenreuth) konnten sich die jugendlichen Wählerinnen und Wähler dann für Kandidaten und Parteien entscheiden und ihre Kreuze in echten Wahlkabinen machen. Die ausgefüllten Stimmzettel landeten in einer zuvor versiegelten Wahlurne und wurden im Anschluss wie bei der richtigen Wahl ausgezählt. Das Ergebnis wurde zentral übermittelt und blieb selbstverständlich bis zur tatsächlichen Landtagswahl geheim.

Stärkste Partei wurde auch bei den Jungwählern die CSU, die allerdings lediglich auf 21,4 % kam und nur knapp vor den Grünen mit 19,6 % lag. Die SPD kam mit 17,9 % deutlich besser an als bei den Erwachsenen, die AfD erreichte 12,5 %. Die Freien Wähler schnitten deutlich schlecher ab, die Linke deutlich besser: Beide Parteien erreichten jeweils 10,7 %.

„Demokratie ist eine spannende Angelegenheit und keineswegs langweilig, und politische Entwicklungen betreffen uns alle“, fanden die Projektleiter Eva-Maria Ficker und Hans Walter. Dieser Meinung schlossen sich auch die verantwortlich beteiligten Schülerinnen und Schüler an. Die Schülersprecher Ryan Roberts und Franziska Kühnl bezeichneten den Ablauf der Juniorwahl als „vollen Erfolg, der uns allen richtig Spaß gemacht hat“.

Auf Grund der durchweg positiven Erfahrungen will sich die Grund- und Mittelschule Pressath im Mai auch an der Juniorwahl zur Europawahl 2019 beteiligen.

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